GGL-Bericht schätzt Kanalisierungsrate 2025 auf 77 Prozent ein
Geschrieben von Willa Klein · 13.6.2026

GGL-Bericht schätzt Kanalisierungsrate 2025 auf 77 Prozent ein

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat einen mehr als 120 Seiten umfassenden Bericht vorgelegt, der die Kanalisierungsrate für das Jahr 2025 auf 77 Prozent beziffert und damit den Anteil des legalen Online-Glücksspiels gegenüber illegalen Angeboten einschätzt; diese Zahl basiert auf einer Bewertung der Aktivitäten im Schwarzmarkt. Der Deutsche Online Casino Verband hat die Methodik des Dokuments kritisiert und argumentiert, dass Stichprobenfehler sowie Erinnerungsverzerrungen die Ergebnisse verzerren, sodass der tatsächliche legale Marktanteil eher bei 50 Prozent liege. Die Auseinandersetzung verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Regulierung von Online-Casino-Spielen einschließlich Tischspielen wie Blackjack unter dem Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021.
Details zum GGL-Report und seinen Kernzahlen
Der Bericht der GGL analysiert Daten aus dem Jahr 2025 und kommt zu dem Schluss, dass 77 Prozent der Aktivitäten im legalen Bereich stattfinden, während der Rest auf nicht lizenzierte Plattformen entfällt; diese Schätzung stützt sich auf verschiedene Indikatoren zur Bewertung von Schwarzmarktaktivitäten. Beobachter haben festgestellt, dass die Behörde umfangreiche Datensätze ausgewertet hat, um ein umfassendes Bild der Marktverteilung zu zeichnen. Gleichzeitig weist der DOCV darauf hin, dass die zugrunde liegenden Erhebungen nicht repräsentativ genug seien und systematische Verzerrungen durch Erinnerungsfehler bei den Befragten aufweisen könnten.
Kritik des DOCV an der Methodik
Der Verband argumentiert, dass die Stichprobenziehung im GGL-Report nicht die tatsächliche Nutzerstruktur abbilde und dadurch zu einer Überschätzung der Kanalisierungsrate führe; nach Auffassung des DOCV liegt der legale Anteil näher bei 50 Prozent. Diese Einschätzung ergibt sich aus einer Überprüfung der verwendeten Erhebungsinstrumente, bei denen unter anderem die Auswahl der Teilnehmenden und die Art der Datenerfassung hinterfragt werden. Forscher haben in vergleichbaren Studien ähnliche Herausforderungen bei der Messung von Schwarzmarktanteilen beobachtet, was die Debatte um geeignete Bewertungsmethoden weiter anheizt.
Auswirkungen auf die Regulierung von Tischspielen
Im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 bleiben bestimmte Casino-Formate wie Blackjack in lizenzierten Online-Angeboten eingeschränkt, was Spieler nach Einschätzung von Branchenbeobachtern teilweise in den Schwarzmarkt treibt. Der aktuelle Bericht der GGL und die darauf folgende Kritik werfen erneut Fragen zur Wirksamkeit der bestehenden Regelungen auf. Bis Juni 2026 stehen weitere Anpassungen der Aufsichtspraxis an, da die Bundesländer die Umsetzung des Vertrags kontinuierlich evaluieren.

Hintergründe zur Datenerhebung und möglichen Verzerrungen
Die GGL hat in ihrem Dokument verschiedene Quellen kombiniert, darunter Marktdaten und Nutzerbefragungen, um die 77-Prozent-Marke abzuleiten; der DOCV sieht darin jedoch methodische Schwächen, die eine realistischere Einschätzung erschweren. Experten haben bereits früher darauf hingewiesen, dass Erinnerungsverzerrungen bei Selbstauskünften zu falschen Marktanteilen führen können, wenn Teilnehmende illegale Angebote nicht korrekt angeben. Die Auseinandersetzung zeigt, wie schwierig es bleibt, präzise Zahlen über den Anteil lizenzierter Plattformen zu ermitteln, während der Vertrag von 2021 weiterhin strenge Vorgaben für Werbung und Angebotsgestaltung macht.
Relevanz für den Markt bis 2026
Die Debatte um die Kanalisierungsrate beeinflusst die Planungen der Regulierungsbehörden für die kommenden Jahre, da bis Juni 2026 neue Bewertungen der Marktentwicklung anstehen. Der GGL-Report liefert eine Grundlage für politische Entscheidungen, während die Kritik des DOCV alternative Berechnungen in die Diskussion einbringt. Beide Seiten stützen ihre Positionen auf unterschiedliche Interpretationen derselben Datensätze, was die Komplexität der Messung illegaler Aktivitäten unterstreicht.
Schlussfolgerung
Der Bericht der GGL und die Stellungnahme des DOCV beleuchten unterschiedliche Sichtweisen auf die Kanalisierungsrate 2025; sie verdeutlichen zugleich die Herausforderungen bei der Bewertung des Schwarzmarkts unter den Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Weitere Datenanalysen werden zeigen, wie sich die Anteile bis 2026 entwickeln. Weitere Informationen zum Bericht finden sich in der veröffentlichten Dokumentation der Behörde.